2026-10-31, 19:30–20:15 (Europe/Berlin), Delphi Saal
Leser*innen von SciFi und Fantasy fragen sich inzwischen regelmäßig, ob sie nicht fälschlicherweise in ihrer Lieblingsdystopie aufgewacht sind: Überwachungstechnik und Predictive Policing, manipulierende Algorithmen und und frei-drehende KI-Agenten wollten wir eigentlich nur aus 1984, „Schöne Neue Welt“ und Minority Report erfahren. Jetzt sehen wir aber, wie Technik entwickelt und teilweise als Heilsversprechen für eine bessere Zukunft verkauft wird. Eigentlich fehlt nur noch der Todesstern, um die Liste abzuschließen. Nun könnten wir die Decke über den Kopf ziehen und uns in eine glückliche Fantasy-Welt träumen, in der Ringe vernichtet oder Kinder durch Schränke klettern. Oder wir erträumen uns selbst eine Welt, in der wir die Probleme des Jetzt lösen können, ob mit oder ohne technische Hilfsmittel sei dahingestellt. Wir wollen daher überlegen, wie eine mögliche Zukunft aussehen kann und wie man diese mittels einer Zukunftsreise erreichen kann. Dabei suchen wir mit den Teilnehmenden nach den notwendigen Akteuren und Stellschrauben, die für die Erreichung notwendig sein werden. Unser Ziel: Einen (vagen) Fahrplan Richtung Utopia entwickeln.
Wir bedienen uns der Zukunftsreise. Die Teilnehmenden überlegen sich eingangs im Plenum verschiedene Realitäten in der Zukunft, die durch aktuelle technologische Entwicklungen
entstehen könnten. Dabei geht es sowohl darum, utopische und dystopische Szenarien einzubeziehen, die in einem sog. Future Cone entstehen. Wir geben im nächsten Schritt
feste Zeitpunkte in der Zukunft und Personengruppen (Alltagsleben, Aktivistinnen, Amtsträgerinnen) vor, die in der Aufgabenstellung bedacht werden müssen.
Die Teilnehmenden finden sich in Kleingruppen zusammen und überlegen, wie sie in einem Punkt in den kommenden 4/16/64 Jahren arbeiten würden: Wie würde ein Demoaufruf in 16
Jahren aussehen? Welcher Alltagsgegenstand wäre in 64 Jahren unerlässlich? Was würde in einem Bericht über an einen politischen Amtsträger in vier Jahren stehen?
Die Erwägungen und Ergebnisse werden im Anschluss im Plenum zusammengeführt und verglichen: Wo gibt es Gemeinsamkeiten? Wo sind Kipppunkte, die eine Eskalation
erreichen könnten? Welche Schritte lassen sich besonders für uns ableiten? Bei der Gruppenarbeit sollte darauf geachtet werden, dass sowohl eine Aufgabenvielfalt
herrscht und dass unterschiedliche Jahre bearbeitet werden. Bei drei Gruppen schlagen wir vor, dass alle das Jahr 2042 (wegen FIfFKon42) nehmen und sich dann auf die drei
Aufgaben aufteilen.
Network heißt für mich mit Menschen reden, und IT ist für mich entweder Computer oder LARP-Con.
Ich bin Vorstandsmitglied bei Anoxinon e.V. und arbeite bei der Gesellschaft für Informatik e.V.
Privat und beruflich versuche ich, die Welt jeden Tag ein bisschen weniger unsicher zu machen: für dich, mich, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen.
Stefan Ullrich ist im Ehrenamt Sprecher der Fachgruppe Ethik der Gesellschaft für Informatik und hauptberuflich KI-Erklärbär für den öffentlichen Dienst.